Zweites Agrarökologie Symposium der FAO in Rom vom Mai 2018

Generaldirektor Graziano da Silva machte in seiner Einführungsrede deutlich, dass die „Grüne Revolution“ mit ihren kurzfristigen, eindimensionalen und inputlastigen Ansätzen, angesichts von noch immer über 800 Millionen Hungernden, gescheitert ist. Er machte deutlich, dass das System der Agrarökologie von der FAO zukünftig als zentrales Element zur Umsetzung und Erreichung der Ernährungs-, Gesundheits- und Umweltziele angesehen wird.

Ein Paradigmenwechsel!

Damit wird auch deutlich, dass Agrarökologie nicht nur ein „neuer“ Ansatz für die Länder des Südens, sondern ganz klar auch die Herausforderung für die Länder des Nordens ist. Im Sinne der Universalität der Nachhaltigkeits-Ziele werden sich die Länder des Nordens der Herausforderung stellen müssen, nicht nur ihre eigene Agrarpolitik, sondern auch ihre Entwicklungspolitik agrarökologisch zu transformieren.

Im scharfen Kontrast zum deutschen Agrarministerium ist es in Frankreich schon vor Jahren gelungen, die agrarökologische Wende zu beginnen. Es ist höchste Zeit, dass die Bundesregierung endlich nachzieht, sich der Agrarökologie öffnet und dem französischen Beispiel folgt. Denn auch in Deutschland wird immer deutlicher, dass ein weiter so in der Subventionierung der Landwirtschaft in weiten Teilen der Bevölkerung nicht mehr vermittelbar ist, weil sie vor allem an den Bedürfnissen der Bäuerinnen und Bauern vorbeigeht, die ökonomisch und sozial immer mehr mit dem Rücken zur Wand stehen.

In Europa wird die Kernherausforderung sein, der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) mit der nächsten Reform ein neues agrarökologisches Grundgerüst zu geben. Das ist eine große Herausforderung, denn bisher wird mit der GAP eher das Gegenmodel zur Agrarökologie gefördert und an den Beharrungskräften der bisherigen Profiteure des Systems haben sich schon viele die Zähne ausgebissen. stehen.

Hier bieten die sozialen Ansätze und Praxisbeispiele der Agrarökologie, die während des Symposiums in Rom immer wieder im Zentrum der Diskussion standen, vielfältige Lösungsansätze, die in anderen Ländern schon erfolgreich gelebt werden. Insbesondere in der Betonung der Sozialen Frage liegt eine der Stärken der agrarökologischen Konzepte. Ziel ist es natürliche und soziale Prozesse wieder in Einklang zu bringen. Dieser Ansatz wurde im reinen Produktivitätsdenken der Grünen Revolution im Globalen Norden und Süden total vernachlässigt.

Diese Kritik an der Grünen Revolution und auch der eigenen Arbeit der letzten Jahrzehnte von der Spitze der FAO darf in ihrer Bedeutung und Wirkung nicht unterschätzt werden! Bei diesem zweiten Symposium ging es tatsächlich darum, die Wirkung und Bedeutung der Agrarökologie innerhalb und außerhalb der FAO immer weiter zu vergrößern und durchzusetzen.