Kalifornien stuft Glyphosat als krebserregend ein

Der US-Bundesstaat Kalifornien hat angekündigt, das Herbizid Glyphosat in die Liste potenziell krebserregender Stoffe aufzunehmen. Für den Monsanto-Konzern mit seinen umsatzstarken und zugleich umstrittenen Produkten ist das ein herber Rückschlag. Glyphosat, der Hauptwirkstoff in Monsantos weltweit verkauftem Unkrautvernichter „Roundup“, wird ab Anfang Juli auf der Krebs-Warnliste der zuständigen Behörde für Gesundheit und Umwelt stehen. Der US-Konzern will gegen diese Entscheidung vorgehen.

Experten erwarten einen Imageschaden für den möglichen künftigen Monsanto-Eigentümer, den deutschen Bayer-Konzern. Monsanto sieht sich derzeit bereits mit einer Reihe von Klagen konfrontiert, in deren Mittelpunkt gesundheitliche Schäden durch Glyphosat stehen (siehe auch unsere Berichterstattung zum Monsanto-Tribunal). Auch in Deutschland und Europa steht Glyphosat in der Kritik. Ende des Jahres läuft die Zulassung aus, die EU entscheidet derzeit, wie es danach weitergeht.

Bundesregierung muss Krebs-Hinweise Ernst nehmen

Harald Ebner, Sprecher für Gentechnik- und Bioökonomiepolitik der Grünen Bundestagsfraktion, erklärt: „Auch die Bundesregierung muss die neuen Krebs-Hinweise ernst nehmen – eine Glyphosat-Neuzulassung ist unverantwortlich.“ Das Bundeslandwirtschaftsministerium und Minister Christian Schmidt ignorierten Warnhinweise auf mehr Tumorbildung durch Glyphosat in den geheimen Monsanto-Studien und forderten die Neuzulassung des Ackergiftes.

Ebner prangert auch den schwindenden Widerstand von Umweltministerin Hendricks an, die vor einem Jahr noch verkündet hatte, mit ihr und der SPD werde es keine Neuzulassung geben, „solange die gesundheitlichen Risiken nicht restlos geklärt sind“.

Redaktion bio-markt.info