DEMO So. 30.6. - 13 Uhr - Koblenz HBF

Agrarpolitik jetzt enkeltauglich machen

 

Ab dem 30. August kommen die EU-Agrarminister auf Einladung von
Bundesagrarministerin Julia Klöckner zur informellen Agrarratssitzung in Koblenz zusammen.
Auf der Agenda stehen die Lehren aus der Corona-Krise, das europäische Tierwohllabel und
Regeln für Tiertransporte aus Drittstaaten. Dr. Alexander Gerber, Vorstand Landwirtschaft des
Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), kommentiert:
„Über Tierhaltung und die Lehren von Corona zu reden, heißt automatisch über den
Systemwechsel der EU-Agrarpolitik zu reden. Denn mit Milliarden Euros bestimmt die
Gemeinsame Agrarpolitik der EU (GAP) darüber, welche Landwirtschaft sich lohnt. Im Moment
zementiert die GAP eine Landwirtschaft, die Artensterben verursacht und die Umwelt schädigt.
Gleichzeitig müssen immer mehr Bauern ihre Höfe aufgeben. Allein zwischen 2005 und 2016
verlor Europa 4,2 Mio. Höfe, meistens kleine Familienbetriebe.
Krisenfestigkeit und auch mehr Tierwohl brauchen eine ambitionierte Agrarpolitik mit
Investitionen nach dem Grundsatz von „public money for public goods“. Die Betriebe müssen
wissen, was auf sie zukommt. Nur dann können die Bäuerinnen und Bauern den notwendigen
Umbau anpacken und meistern. Ein Weiter-so hat keine Zukunft.
Mit der GAP müssen sich EU-Länder auf ein hohes, verpflichtendes Niveau beim Umweltschutz
und Tierwohl einigen, das einen Wettbewerb nach unten ausschließt. Die Messlatte dafür hat
Europa mit der Farm to Fork-Strategie aufgelegt. 25 % Bio, minus 50 % Pestizide und minus 50
% Stickstoffeinsatz bis 2030. Mit ein bisschen Greening hier oder ein wenig
Tierwohlkennzeichnung da, wird Landwirtschaft weder krisenfest, noch können dafür die Bürger
Europas gewonnen werden, deren Steuergelder in der Agrarpolitik stecken. Schließlich zahlt
jede Bürgerin und jeder Bürger pro Jahr etwa 100 Euro in den GAP-Topf ein.
Wir erwarten von der Bundesregierung, sich für die europäischen Ziele einzusetzen und mit dem
eigenen Strategieplan für die GAP die Agrar- und Ernährungspolitik neu auszurichten. Die EUZiele
und die großen Herausforderungen der Landwirtschaft von Artensterben bis Klimakrise
verlangen Europa und auch Deutschland einen klaren Strategiewechsel ab.“
Mehr Infos zur Reform der EU-Agrarpolitik auf https://www.boelw.de/themen/euagrarpolitik/
reform-2020/.
Alle BÖLW-Presseinformationen finden Sie unter www.boelw.de/presse.

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